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29 Mär 2019

Welche Schwellenländer?


Entspannung im Handelskonflikt, ein fast synchrones Abrücken der Zentralbanken von Zinserhöhungen und ein schwacher Dollar waren bislang die bestimmenden Faktoren für Wertentwicklung und Kapitalbewegungen. Bis auf Weiteres wird dies aus unserer Sicht auch so bleiben.

Gute Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte, möchte man meinen, doch die Chancen sind nicht gleich verteilt. Es empfiehlt sich daher, selektiv vorzugehen. Aufgrund der wachsenden Bedeutung regionaler und länderspezifischer Risiken erwarten wir entsprechende Renditediskrepanzen und ‑divergenzen.

Die Anleihemärkte dürften weiter vom geldpolitischen Kurs der meisten Schwellenländer-Notenbanken profitieren. Solange in den USA nicht mit schnellen Zinserhöhungen zu rechnen ist, dürften günstigere Finanzierungskonditionen im Ausland den Ländern mit einer schwachen Landeswährung in Relation zum Dollar oder einer hohen Auslandsverschuldung etwas Luft verschaffen. Nachlassender Inflationsdruck eröffnet auch Spielräume für Zinssenkungen. Lokal- und Hartwährungsanleihen dürften dadurch vorerst Auftrieb erhalten.

Noch Unentschlossene sollten allerdings nicht mehr allzu lange abwarten. Längst sind nicht alle Handelsfragen geklärt, und der weiter schwelende Konflikt zwischen den USA und China könnte demnächst wieder eskalieren. Längerfristig wird eine Liquiditätsverknappung die Renditen drücken. 

Unser Aktienmarktausblick für die wichtigsten Länder und Regionen:

  • Optimistische Haltung zu Schwellenländern in Asien

Schwellenländer in Asien stehen bei uns derzeit besonders hoch im Kurs. Die Aktienmärkte in dieser Region profitieren davon, dass die Zinswende in den USA vorerst vertagt wurde, im Handelskrieg derzeit Waffenstillstand herrscht und der Schuldenabbau in China nicht mehr ganz so stark forciert wird. Ein längerer Konjunkturzyklus in den USA über das 1. Halbjahr 2020 hinaus wäre ebenfalls ein Positivfaktor. Gewinnwachstum und Kursniveau an den Aktienmärkten sind attraktiv.  

  • China

Der sich zuspitzende Handelskonflikt, ein schwächerer Yuan und das Thema Schuldenabbau haben dem Aktienmarkt im vergangen Jahr herbe Verluste beschert. Das Wirtschaftswachstum verliert an Schwung. Aus einer anderen Warte betrachtet ist das Wirtschaftswachstum aber immer noch doppelt so hoch wie in den USA und dreimal so hoch wie in den übrigen Industriestaaten. China ist außerdem eine der wenigen großen Volkswirtschaften, die es sich leisten können, die Haushaltsdisziplin etwas zu lockern, wie einige Ankündigungen in der letzten Zeit deutlich gemacht haben. Langfristig hat die chinesische Wirtschaft noch enormes Aufwärtspotenzial, sofern weiter auf nachhaltiges Wachstum umgesteuert wird. Auch die Bewertungen sind noch nicht überzogen. 

  • Indien

Auch dieses Land hat einiges zu bieten. Die Parlamentswahlen im Mai und der Kaschmirkonflikt könnten kurzfristig für Turbulenzen sorgen, die Fundamentaldaten sind aber intakt. Die Unternehmen verzeichnen steigende Ergebnisse, und wir gehen von einer weiteren Normalisierung der Gewinnentwicklung im Finanzsektor aus. Die kommenden fünf Jahre dürften ganz im Zeichen von Wachstum und einer verstärkten Kreditaufnahme der Unternehmen stehen, was in dieser Kombination durchaus für Kursauftrieb sorgen könnte. Auch das verstärkte Engagement der Inder am heimischen Aktienmarkt hat sich positiv ausgewirkt. Die indischen Börsen sind damit heute weniger volatil, konnten sich von der Entwicklung an anderen Schwellenmärkten abkoppeln und verzeichnen nicht mehr so starke Kursrückschläge. Indische Aktien sollten aus unserer Sicht darum einen festen Platz in jedem Schwellenländer-Portfolio einnehmen. 

  • Indonesien

Anhaltend dynamisches Gewinnwachstum und die Aussichten auf Wahlen ohne größere Zwischenfälle stimmen uns weiterhin optimistisch. Da weder der Ölpreis noch der chinesische Yuan eine große Rolle für die Kursentwicklung spielen, bietet der indonesische Aktienmarkt Wachstum zu einem fairen Preis. Mit einer stabilen Währung sind die Aktien- und Anleihemärkte für ausländisches Kapital attraktiv.

  • Malaysia

Die Konjunkturindikatoren stabilisieren sich. Zudem profitiert das Land von steigenden Rohstoffpreisen, die sich in wachsenden Exporten niederschlagen. Doch trotz der durchaus beträchtlichen Underperformance gegenüber anderen asiatischen Märkten in den letzten zwölf Monaten liegt Malaysia beim Bewertungsniveau nach wie vor nur knapp unter dem Durchschnitt. Weitere Kursgewinne sind daher wohl fraglich.  

  • Korea

Ungeachtet der jüngsten Rallye dürften koreanische Aktien weiter hinter der asiatischen Konkurrenz zurückbleiben, da mit weiteren Gewinnwarnungen aus dem Technologiesektor zu rechnen ist. 

  • Taiwan

Auch für taiwanesische Titel ist der Ausblick verhangen. Die Kurse liegen nach wie vor leicht über dem Durchschnitt. Anlass zu einer Neubewertung könnten nur Anzeichen für einen Aufwärtstrend im Technologiesektor geben. Danach sieht es aber momentan eher nicht aus. 

  • Neutrale Haltung zu Lateinamerika

Politische Unsicherheit und viele offene Fragen im Hinblick auf die weitere politische und wirtschaftliche Entwicklung bestimmen das Bild. Steigende Renditen sind damit eher nicht zu erwarten. Dies gilt insbesondere für Brasilien und Mexiko unter ihren neugewählten Präsidenten. Beide Länder reagieren sehr sensibel auf Veränderungen des Zinsniveaus in den USA und des Dollarkurses. Dies macht sie anfällig für Volatilitätsschübe.

  • Brasilien

Nachdem der kräftige Aufschwung im 2. Halbjahr 2018 allmählich an Dynamik verliert und Anleger gerne genauer wüssten, wie die Reformagenda aussieht, steht nun wohl der Reality Check an. Die positiven langfristigen Impulse des wirtschaftsfreundlicheren Kurses sind längst eingepreist. Angesichts nur schleppenden BIP-Wachstums dürften die Bäume bei den brasilianischen Unternehmen vorerst nicht in den Himmel wachsen. 

  • Mexiko

Wohin die Reise unter dem neuen Linkspolitiker an der Macht geht, ist unklar. Eine nachlassende Exportdynamik und höhere Finanzierungskosten dürften die Nachfrage belasten. Manche Sektoren könnten jedoch von höheren Staatsausgaben profitieren. Ein niedriges Bewertungsniveau könnte den Markt taktisch attraktiv machen.
 

…und Europa

  • Russland

Angesichts der Verhärtung der Fronten im Verhältnis zu den USA ist mit anhaltend hoher Volatilität zu rechnen. Der Ölpreisanstieg in Reaktion auf die Einigung der OPEC+-Staaten auf ein Förderlimit dürfte der Börse leichte Gewinne bescheren. Doch der langfristige Ausblick wird von einer potenziellen Verschärfung der US-Sanktionen überschattet. Trotz günstiger Bewertungen ist daher Vorsicht geboten. 

  • Polen

Binnennachfrage, Konsum und Investitionswachstum sehen wir weiter auf einem guten Weg, bei den Unternehmensgewinnen ist der Trend wegen steigenden Wettbewerbs- und Kostendrucks jedoch rückläufig. Die Steuergeschenke im Vorfeld der Wahlen 2020 dürften den Konjunkturmotor etwas auf Touren bringen. Gleichzeitig dürfte die Aussicht auf die Wahlen jedoch auch für verstärkte Volatilität sorgen. 

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Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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