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27 Feb 2018

Die Chancen steigender Investitionsausgaben


Die Unsicherheit über den Konjunkturverlauf sorgte in den vergangenen Jahren dafür, dass sich Unternehmen mit Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter (CAPEX) zumeist zurückhielten. Trotz niedriger Zinsen wirkte das mangelnde Vertrauen in das Wirtschaftswachstum als Investitionshemmnis. Inzwischen scheint sich allerdings eine Kehrtwende zu vollziehen. Angetrieben durch eine Reihe verschiedener Faktoren dürfte das CAPEX-Wachstum wieder an Fahrt aufnehmen. Zu den wichtigsten dieser Faktoren zählt sicherlich die Tatsache, dass die Weltwirtschaft kräftig in Schwung gekommen ist und überall auf der Welt ein synchrones Wachstum zu verzeichnen ist. Ein guter Zeitpunkt für Unternehmen, ihre Produktionskapazitäten in Erwartung einer stärkeren Nachfrage auszuweiten.

Über den großen Teich schauen

Am stärksten ist die CAPEX-Dynamik in den USA, wo sich die Steuerreform dank verschiedener Anreize positiv auf die Investitionsgüterausgaben der Unternehmen auswirken sollte. Unternehmen sind beispielsweise nun in der Lage, Investitionsausgaben für fünf Jahre als Kostenaufwand geltend zu machen, was zu einem Zinsabzug von bis 30 Prozent beim EBITDA führen kann. Darüberhinaus ist davon auszugehen, dass der ermäßigte Steuersatz von 15,5 Prozent, zu dem Unternehmensgewinne außerhalb der USA ins Land zurückgeführt werden können, dafür sorgt, dass Billionen von US-Dollar künftig in die Vereinigten Staaten fließen werden. Dieses Geld dürfte für Aktienrückkaufprogramme, Dividendenzahlungen, aber zum Teil auch für Investitionsprogramme der Firmen verwendet werden. Die Unternehmenssteuerentlastung eröffnet zudem weitere Spielräume für Investitionen.

Insgesamt ist das Vertrauen der US Wirtschaft gestärkt. Dies gilt vor allem im Bereich der kleineren Unternehmen, denen im Hinblick auf Investitionen und Beschäftigung eine wichtige Rolle zukommt. Eine hohe Profitabilität, starke Cashflows sowie beachtliche Bargeldreserven dürften ebenfalls einen Beitrag zur Belebung des CAPEX leisten. Aber auch von anderer Seite erhält das CAPEX Aufwind. Nach offiziellen Behördenangaben lag 2015 das durchschnittliche Alter längerfristiger Anlagegüter in den USA bei 22,8 Jahren. Dies ist der höchste jemals ermittelte Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahre 1925.  Vor diesem Hintergrund spricht also viel dafür, dass US Unternehmen künftig mehr in ihre Produktionsanlagen investieren werden, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, im Wettbewerb zurückzufallen.

Fortschritte in Asien und Europa

Auch in Asien und Europa ist eine Beschleunigung der Investitionsausgaben zu beobachten, wenngleich auch aus speziellen Gründen. Nehmen wir zum Beispiel Japan. Dort gibt die Regierung Anreize für ganz bestimmte Ausgabenprogramme. Denn angesichts der zunehmenden Überalterung der japanischen Gesellschaft benötigt das Land mehr Automatisierung und damit entsprechende Investitionen in robotergestützte Produktionsprozesse. Ähnlich verhält es sich in China. Nach einer Phase steigender Löhne steigt auch dort der Druck hin zu mehr Automatisierung, um im globalen Wettbewerb mithalten zu können. Und schaut man nach Europa, so zeigt sich, dass die Unternehmen nach Jahren der ökonomisch wie politisch bedingten Vorsicht einen Berg an Bargeldreserven aufgebaut haben, der nun darauf wartet, auch über vermehrte Investitionen abgetragen zu werden. Tatsächlich scheint der Augenblick dafür günstig. In der Eurozone hat sich die Wirtschaft maßgeblich erholt.

Wo die Musik spielt

Einige Branchen können von der Belebung der CAPEX-Investitionen besonders profitieren, allen voran der Technologiesektor. Neue Trends zwingen sie zudem zum Ausbau ihrer Geschäftsfelder – etwa in den Bereichen der Datenverwaltung über Clouds oder der softwaregestützten Serviceleistungen. Diese und ähnliche Herausforderungen erhöhen den Wettbewerbs- und Produktivitätsdruck. Gleichzeitig tendieren Technologiewerte in Zeiten eines bereits fortgeschrittenen Konjunkturzyklus dazu, gut an den Märkten abzuschneiden. Auch dem Finanzsektor dürfte das CAPEX-Wachstum zugutekommen. Einiges spricht dafür, dass sich ein erhöhter Kreditbedarf bei steigenden Zinsen positiv auf die Margen auswirken sollte. Empfänglich für vermehrte Investitionen erscheint darüber hinaus der Ölsektor. Ein festerer Ölpreis schafft Anreize, nun in die Produktivität der Förderkapazitäten zu investieren, was im Verlauf der kommenden zwölf Monate auch geschehen dürfte. 

Und wo liegen die Risiken? Vor allem in einem plötzlichen Anstieg der Inflation und daraus resultierenden Zinserhöhungen. Denn zum einen sind die Kreditkosten bereits angestiegen, und zum anderen ist die Abzugsfähigkeit von Kreditzinsen in den USA durch die aktuelle Steuerreform ohnehin begrenzt. Auf der anderen Seite gilt es festzuhalten, dass viele Unternehmen über beträchtliche Bargeldreserven verfügen und von daher relativ wenig von der Zinssituation abhängig sind. Abgesehen davon gehen wir für das laufende Jahr jedoch von einer kräftigen Belebung der Investitionstätigkeit in längerfristige Anlagegüter aus. Der Aktienmarkt sollte hiervon vor allem in bestimmten Sektoren profitieren. Aus unserer Sicht bleibt die CAPEX-Story damit in den kommenden Monaten für Anleger interessant.

Quelle: Lyxor Cross Asset Research & Equity ETF Teams. Stand: 23. Februar 2018, sofern nicht anders angegeben. Die Performance der Vergangenheit ist kein Garant für künftige Gewinne.

Welche Chancen bieten steigende Capex-Ausgaben und Steuerreform?


Lesen Sie mehr: Zum Themenausblick 2018



Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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