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23 Apr 2018

Die Folgen eines US‐Inflationsanstiegs für Investoren


Nach Jahren der Deflationsbekämpfung durch die Notenbanken scheint in den USA nun die Inflation wieder auf dem Vormarsch. So stiegen die Ölpreise in den vergangenen zwölf Monaten um beinahe 30 Prozent. Zudem herrscht in der US-Wirtschaft Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt unter fünf Prozent und den Unternehmen fehlen gut ausgebildete Arbeitskräfte. Allmählich steigen daher auch die Löhne. Und, das dürfte noch eine Weile so weitergehen. Die OECD jedenfalls erwartet, dass das US-Wachstum in diesem Jahr über seinen Möglichkeiten bleiben wird. Die Experten gehen von einer Auslastungsquote in der Wirtschaft von 80 Prozent aus. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass diese Entwicklung sich früher oder später in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen wird.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Das erste Mal seit fast einem Jahr befanden sich im März  sowohl die Kern- als auch die Gesamtinflationsrate über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Sollte sich der Preisanstieg fortsetzen, könnte dies die Fed dazu veranlassen, schneller als geplant zu einer Normalisierung ihrer Geldpolitik zurückzukehren. Die Protokolle der Märzsitzung des Offenmarktausschusses lassen erkennen, dass man sich dort auf einen weiteren Anstieg des Preisniveaus einstellt. Starke Inflationsraten in März und April sollten daher mit einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte im Juni einhergehen. Über das Jahr gerechnet dürfte es insgesamt vier Zinsschritte geben. Dennoch gehen wir nicht davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu dramatischen Anstiegen bei der Inflation kommen wird. Technologische Entwicklungen etwa in den Bereichen Gesundheitswesen oder Kommunikation, aber auch das Ansteigen der Schieferölproduktion sowie Investitionen in die Produktionskapazitäten dürften für einen gewissen Ausgleich sorgen.


Gesamtinflation und Kerninflation: über zwei Prozent im März

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Quelle: Lyxor International Asset Management, Reuters Eikon Analytics, Daten vom 31. März 2018


Höhere Volatilität an den US-Märkten

Die Inflationsentwicklung ist jedoch nur ein Aspekt der sich immer komplizierter gestaltenden Anlagesituation an den US-Märkten. Für Verunsicherung sorgen auch die Unklarheiten über einen möglichen Handelskrieg zwischen den USA und China, die hohe Bewertungssituation bei den meisten traditionellen Assetklassen sowie die geldpolitische Neuausrichtung der Fed. Als Ergebnis scheint ein Anstieg der Volatilität unausweichlich. Sowohl der Februar als auch der März gaben bereits einen Vorgeschmack darauf, was auf die Märkte zukommen wird.

Die positive Korrelation von Anleihe- und Aktienrenditen erschwert zudem die Versuche einer effizienten Portfoliodiversifikation. In der Vergangenheit neigten vorsichtige Investoren in turbulenten Marktphasen dazu, die Aktienquote zugunsten von Anleihen zu reduzieren. In Zeiten steigender Inflationsraten ist dies allerdings nicht unkritisch. Traditionelle Anleihen sind dann mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, während inflationsgeschützte Anleihen einen Vorteil bieten können.

Unsere Analysen* zeigen, dass inflationsabhängige Vermögenswerte vor allem dann gut performen, wenn der Konjunkturzyklus bereits vorangeschritten ist. In den USA befindet sich der Zyklus zweifellos in der Spätphase. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Rezession innerhalb der nächsten zwei Jahre. Rohstoffe, insbesondere Ölprodukte, haben sich nach unseren Beobachtungen vor allem in solchen Spätphasen als nützlich erwiesen. Ganz besonders in den letzten zwölf Monaten vor dem Beginn einer Rezession können mit ihnen gute absolute sowie risikoadjustierte Erträge erwirtschaftet werden.

Die jüngsten Aufwärtsbewegungen der Energie- und Ölpreise wirken unterstützend für Inflation-Breakevens. Bereits in den vergangenen Monaten waren die Nettomittelzuflüsse in den Bereich der kurzlaufenden Treasury Inflation Protected Securities (TIPS) sehr robust. Insgesamt ist es schwierig, den Verlauf der Energiepreise auf kurze Sicht vorherzusagen. Wetterkapriolen oder geopolitische Konflikte könnten den Ölpreis jederzeit in die Höhe treiben. In jedem Fall dürfte sich dessen Entwicklung auf das Szenario einer weiter steigenden Inflation auswirken. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Inflationsraten im Vorfeld des Sommers durch einige Basiseffekte wie moderate Flug- und Telekommunikationspreise gebremst werden könnten.


Assetklassen der Wahl

Gegenwärtig setzen wir im Anleihebereich verstärkt auf TIPS und Inflation-Breakevens. Rohstoffe werden von uns ebenfalls übergewichtet. Gleiches gilt für solche Aktien, die empfindlich auf Inflationserwartungen reagieren. Energieaktien etwa eignen sich gut, um sich auf höhere Energiepreise und höhere Inflationserwartungen einzustellen. Der globale Energiesektor bietet derzeit attraktive Dividendenrenditen von um die 3,75 Prozent und sorgt damit für ein positives Carry. Ganz im Gegensatz zu Investmentstrategien, die auf Futures basieren. Diese Optionsstrategien liefern keine guten Ergebnisse, wenn die Futures-Kurve sich in einer Contango-Situation befindet, so wie das beim Ölpreis typischerweise der Fall ist. Darüber hinaus bieten sich auch Finanztitel an, um von steigenden Inflationsraten zu profitieren. Die Frage, ob sich klassische TIPS oder Inflation-Breakevens besser eignen, hängt von der Inflationseinschätzung ab. Inflation-Breakevens könnten vor allem dann von Vorteil sein, wenn man davon ausgeht, dass die Markteilnehmer die tatsächliche Höhe der Inflation unterschätzen.

Energieaktien:  Ein guter Platzhalter für US-Inflation Breakevens

                        Chart 2 Energy stocks

Quelle: Lyxor International Asset Management, MSCI, Bloomberg. Daten mit Stand vom 31. März 2018


Warum Lyxor, wenn es um Inflationsschutz geht

Lyxor verfügt über eine der umfassendsten Angebotspaletten in Sachen inflationsgeschützte Anleihe-ETFs in Europa. Damit lassen sich die Märkte in den USA, Europa und Großbritannien kostengünstig abdecken. So ist etwa unser Core US TIPS ETF mit einer TER von nur 0,09 Prozent der billigste am gesamten Markt. Wenn Sie sich nicht nur gegen das Inflationsrisiko, sondern auch gegen das damit verbundene Zinsrisiko absichern möchten, können Sie beides mit unseren Inflation Expectations ETFs tun. Im Management inflationsgeschützter Anleihe-ETFs verfügen wir über eine zwölfjährige Erfahrung und verwalten in diesem Segment bereits 3,3 Mrd. Euro.

Im Bereich der Rohstoffinvestments bieten wir ebenfalls robuste Lösungen. Unser 2006 aufgelegter und breit positionierter Rohstoff-ETF repliziert den Thomson Reuters/CRB Index, der über einen inzwischen 50‐jährigen Track Record verfügt. Diese Benchmark verfügt über einen inzwischen 50-jährigen Track Record. In den vergangenen fünf Jahren zählte unser ETF zu den am meisten gehandelten, breit aufgestellten Rohstoff-ETFs in Europa. Wir eröffnen unseren Kunden vielfältige Möglichkeiten des Zugangs zu den globalen Aktienmärkten, teilweise über einige der ältesten und größten ETFs ihrer Art in Europa. Unsere MSCI World Energy, Materials und Financials ETFs waren im vergangenen Jahr die effektivsten ihrer Kategorie.**

*Die Analyse berücksichtigt US-Konjunkturzyklen, die seit 1970 vom National Bureau of Economic Research (NBER) gemessen wurden.

**Quelle: Lyxor International Asset Management. Daten mit Stand vom 31.01.2018. Die Aussagen beziehen sich auf den europäischen Markt. Die Berechnungen der Effizienz beruhen auf dem Lyxor Effizienz Indikator, der 2013 vom Lyxor ETF Research Team entwickelt worden ist. Dieser untersucht die drei Performance-Komponenten Tracking Error, Liquidität und den Kauf/Verkaufs-Spread. Die Peer-Group-Vergleiche berücksichtigen neben der entsprechenden Lyxor Anteilsklasse die vier größten Anteilsklassen der Wettbewerber und repräsentieren einen Marktanteil von mindestens fünf Prozent am jeweiligen Index. Detaillierte Informationen zur Methodik finden sich im Dokument „Measuring Performance of Exchange Traded Funds“ von Marlene Hassine und Thierry Roncalli. Die Performance der Vergangenheit ist kein Garant für künftige Gewinne.

Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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