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31 Jan 2018

Wie sich Exit-Strategien der Zentralbanken auf Ihr Portfolio auswirken können 



Die Fed an vorderster Front

Nach einem Jahrzehnt beispiellos lockerer Geldpolitik hat die Fed im Jahr 2017 dreimal die Zinsen angehoben und am Ende des Jahres damit begonnen, auch ihre Bilanz zu verkleinern. Sie konnte dies getrost tun, weil das Wachstum der US-Wirtschaft so stark war. Obwohl es keine Garantie dafür gibt, dass sich dieses Wachstum fortsetzen wird, sind derzeit auch keine Anzeichen für eine Abschwächung zu sehen, so dass wir weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr, beginnend im März, erwarten. Die Frage ist nur, wie viele. Am wahrscheinlichsten halten wir aus unserer Sicht drei Zinsschritte. Ein höheres Wachstum könnte die Fed allerdings dazu zwingen, noch schneller zu handeln.

Die EZB als nächste in der Reihe

Andere große Zentralbanken dürften in die Fußstapfen der Fed treten, an erster Stelle die EZB. Momentan weitet sie ihre Bilanz immer noch durch den Kauf von Vermögenswerten im Rahmen ihres „Quantitative Easing“ Programms aus, wenn auch langsamer: Die monatlichen Käufe wurden von 60 Mrd. Euro auf 30 Mrd. Euro reduziert. Darüber hinaus hat sie angekündigt, das Ankaufprogramm bis Ende September abzuschließen.

Bei der Straffung ihrer Geldpolitik bleibt die EZB mit einem Leitzins von 0 % deutlich hinter der Fed zurück. Es heißt, dass sie erst nach dem Abschluss der Asset-Käufe mit Zinsschritten beginnen wird. Dies bedeutet, dass höhere Zinssätze vor 2019 unwahrscheinlich sind. Sollte das Wachstum allerdings höher ausfallen als erwartet könnte, könnte eine Zinserhöhung schon Ende 2018 nicht auszuschließen sein. 


Next in line: the ECB

Quelle: Lyxor Cross Asset Research, Januar 2018. 


Straffere Geldpolitik in Japan in weiterer Ferne

Nach der EZB dürfte die Bank of Japan als nächste folgen. Sie hat noch nicht wirklich ernsthaft eine Reduzierung ihres Aufkaufprogramms diskutiert, aber es scheint, dass sie in den letzten Wochen Testballons steigen ließ, indem sie eine Art „Tapering“ ins Spiel brachte. Wir glauben jedoch, dass eine Straffung der Geldpolitik noch recht weit entfernt ist. Offizielle Ankündigungen sind erst in der zweiten Hälfte dieses Jahres zu erwarten, die tatsächliche Umsetzung erfolgt nach unserer Einschätzung 2019.

Die BoE schlägt aus eigener Kraft zu (vorläufig)

Die Bank of England ist so etwas wie ein Ausreißer, da sie mit den Unsicherheiten im Zuge des Brexits zu kämpfen hat. Vieles hängt von den Fortschritten Großbritanniens auf dem Weg zu einem guten Handelsvertrag mit der EU ab: Sollte dies gelingen, würde es die Tür für weitere Zinserhöhungen öffnen.

Ein gemischtes Bild in den Schwellenländern

Wie sieht es mit der Geldpolitik in den Schwellenländern aus? Es gibt einen Unterschied zwischen den Volkswirtschaften, die gezwungen sind, der Fed-Politik zu folgen – Korea hat zum Beispiel kürzlich die Zinsen angehoben – und jenen, wie China, die ein größeres Maß an Unabhängigkeit haben. 

Die Inflation ist in China relativ moderat, sodass die Zentralbank nicht das Bedürfnis verspürt hat, die Zinsen im gleichen Tempo wie die Fed zu erhöhen; sie nimmt derzeit eine neutrale Haltung ein. In Ländern wie der Türkei und Südafrika ist die Inflation höher, sodass dort in den kommenden Monaten wieder steigende Zinsen verzeichnet werden könnten. Behalten Sie Indien im Blick; dort wird die Zentralbank immer mehr zum „Falken“. Die brasilianische und die russische Zentralbank, hingegen, gehören eher zu den „Tauben“ und betreiben nach wie vor eine sehr akkommodierende Geldpolitik.

Die Implikationen für Investoren

Sollten sich die Anleger Sorgen um das Ende der extrem lockeren Geldpolitik machen? Wir sind vorsichtig in Bezug auf Anleihen, aber zuversichtlich in Bezug auf Aktien.

„Bearish“ für Anleihen....

Wir sind zunehmend vorsichtig bei festverzinslichen Wertpapieren und glauben, dass Sicherheit mit traditionellen Strategien immer schwerer zu finden ist. Bei steigenden Leitzinsen dürften sich die Anleiherenditen am kurzen Ende der Kurve nach oben bewegen. Hinzu kommt, dass die Fed bereits Anleihen verkauft, und wir vermuten, dass dies sogar Auswirkungen auf längerfristige Emissionen wie z.B. zehnjährige Treasuries hat – auch wenn diese immer noch so etwas wie einen sicheren Hafen darstellen.

Nachdem wir seit einigen Monaten eine Untergewichtung in amerikanischen Staatsanleihen favorisiert haben, ist es unserer Meinung nach an der Zeit, eine ähnliche Haltung zu festverzinslichen Wertpapieren der Eurozone und japanischen Staatsanleihen einzunehmen. Auch bei Unternehmens­anleihen – und hier insbesondere bei US-High Yield – sowie bei Staatsanleihen aus Schwellenländern, die auf US-Dollar lauten, sind wir vorsichtig. Wenn die Fed die Zinsen weiter erhöht, werden diese riskanten Anlagen gegenüber risikofreien Anlagen wie US-Treasuries an Attraktivität verlieren.

Es könnte an der Zeit sein, weniger konventionelle Strategien wie inflationsindexierte Anleihen und Floater zu verwenden, die einen gewissen Schutz vor steigenden Zinsen und Inflation zu bieten.  Der so genannte „Basiseffekt“ bei den Ölpreisen wird in den kommenden Monaten noch stärker ausfallen, sofern die Ölpreise auf dem derzeitigen Niveau verharren, was aufgrund der weltweit soliden makroökonomischen Bedingungen wahrscheinlich ist. Diese Rahmenbedingungen, verbunden mit dem moderaten Lohndruck in den Industrieländern, haben uns dazu veranlasst, die USD-Breakevens in jüngster Zeit überzugewichten.

...aber bullish für Aktien

Eine straffere Geldpolitik verursacht auch Gegenwind für die Aktienmärkte, aber es sind starke Kräfte am Werk, die uns optimistischer für Aktien machen: 

Die lockere Geldpolitik wird nur sehr langsam zurückgeführt – ganz im Gegensatz zu der aggressiven Art und Weise, wie dies vor einem Jahrzehnt geschah. Das sollte besorgte Anleger beruhigen.

Die Weltwirtschaft sollte sich weiter erholen – die Eurozone verzeichnet die stärkste Expansion seit einem Jahrzehnt, die US-Wirtschaft entwickelt sich gut, Japan erholt sich und die Schwellenländer – allen voran China – entwickeln sich deutlich besser als noch vor wenigen Monaten befürchtet. Eine stärkere Konjunktur dürfte zu einem stärkeren Gewinnwachstum und lebhaften Aktienmärkten führen.

Dies alles führt dazu, dass wir Aktien Renten vorziehen. Innerhalb der Aktienmärkte bevorzugen wir Kontinentaleuropa und Japan, deren Wachstum die Erwartungen übertroffen hat und deren Aktien fair bewertet scheinen. Wir sind neutral hinsichtlich US-Aktien, da wir zwar bei der starken Dynamik der Wirtschaft und des Aktienmarktes dabei sein wollen, aber sehen, dass die Bewertungen nicht so attraktiv sind wie anderswo.

Selektiv in Schwellenländern

Die Straffung der Geldpolitik in einigen Schwellenländern dürfte einen Gegenwind für risikoreiche Anlagen aus diesen Ländern darstellen. Gleichzeitig sollte aber Chinas scheinbar nachhaltiges Wachstum unserer Ansicht nach die Risikoaktiva der Schwellenländer insgesamt unterstützen. Auf Länderebene sind wir in Brasilien und Russland übergewichtet und in Indien und China neutral.

Was sehen wir noch am Horizont? Sehen Sie sich unsere Videos an zu den Themen, die 2018 die Märkte bewegen werden (in englischer Sprache):

Fiskalimpuls: Welche Chancen bieten steigende Capex-Ausgaben und Steuerreform?

Europas zwei Geschwindigkeiten: Wie machen Sie sich Unterschiede zunutze?

Wachstumsregion Asien: Ist Asien der diesjährige Aktien-Hotspot?

Renditeanstieg bei Anleihen: Nur noch eine Frage der Zeit?

Alle Daten und Meinungen stammen vom Lyxor Cross Asset Research-Team zum 25. Januar 2018. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein Hinweis auf zukünftige Renditen.

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

Alle im obigen Artikel enthaltenen Meinungen und Daten spiegeln die Sichtweise des Lyxor & SG Cross Asset Research-Teams wider und entsprechen dem Stand vom 23. August 2017.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

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Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.

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