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12 Feb 2018

Höhere Anleiherenditen und steigende Inflationserwartungen. Was nun?


Ungeachtet dreier Zinsschritte der Fed liefen die Renditen der zehnjährigen US Treasuries im vergangenen Jahr erstaunlicherweise nicht aus dem Ruder. Einiges spricht dafür, dass dies nicht so bleiben dürfte. Es hat den Anschein, als würden Anleihen nun endlich auf eine Normalisierung der Geldpolitik reagieren.

Die Weltwirtschaft strotzt vor Kraft. Gerade erst hat der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose für 2018 und 2019 unter Verweis auf die umfassende Steuerreform in den USA angehoben. Diese unterstütze nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch deren Handelspartner. Kein Wunder, dass die Entwicklung auf den Rentenmärkten wieder in den Fokus rückt. Denn vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Erholung dürfte eine allmähliche Neuausrichtung der Geldpolitik mehr als wahrscheinlich sein. Dies sollte allerdings behutsam geschehen. Schließlich dürfte kaum eine Notenbank daran interessiert sein, den mühsam herbeigeführten Aufschwung frühzeitig wieder abzuwürgen. Dennoch müssen sich Investoren auf Veränderungen einstellen und insbesondere das Zinsänderungsrisiko im Auge behalten. 

Renditen steigen – aber nicht dramatisch

Die Renditen US-amerikanischer und deutscher zehnjähriger Staatsanleihen sind bereits um 25 bis 30 Basispunkte gestiegen – wobei der zuletzt gemäßigte Ton der Notenbanken nahelegt, dass diese Entwicklung nicht unbegrenzt weitergehen sollte. In Europa jedenfalls erscheinen sowohl das Wachstum als auch die Reflationsdynamik eingepreist. Im Hinblick auf Deutschland könnte insbesondere das sogenannte Public Sector Purchase Programme der EZB dazu führen, dass die Renditen hierzulande nicht übermäßig in die Höhe schießen. Immerhin kauft die Notenbank nach diesem Programm mehr deutsche Anleihen als Deutschland in diesem Jahr netto ausgeben wird. Dennoch gehen wir insgesamt von einem schrittweisen Anstieg der Renditen aus.

Entscheidend ist die Haltung der EZB. Angesichts der wirtschaftlichen Erholung bereitet die Notenbank den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik vor. Dies dürfte voraussichtlich im September geschehen, gefolgt von einem ersten Zinsschritt zu Beginn des Jahres 2019. Der Wirtschaftsaufschwung rechtfertigt eine solche Maßnahme, selbst wenn die Inflation noch nicht so recht auf die Beine kommt. Daher erwartet der Markt eine Normalisierung der EZB-Einlagenverzinsung erwartet der Markt hier einen Anstieg auf null Prozent bis Ende 2019.

In einem solchen Investmentumfeld liegt es nahe, die Anfälligkeit für Zinsänderungen zu reduzieren und das Portfolio gegenüber einer steigenden Inflation abzusichern. Mit Blick auf Anleihen sollten dabei vor allem solche Länder ins Auge gefasst werden, in denen weder ein überraschender Inflations- noch ein beschleunigter Zinsanstieg zu erwarten ist. Dies trifft zum Beispiel auf Japan zu. Interessant erscheint auch die Peripherie der Eurozone. Angesichts des weltweit anhaltenden Risikoappetits, sollten die Spreads dort nicht übermäßig auseinanderlaufen. Spanien etwa wäre ein Kandidat, wohingegen Griechenland und im Vorfeld der Wahl auch Italien gegenwärtig eher weniger interessant erscheinen. 


EMU Sovereign net on net issuance 

EMU Sovereign net on net issuance

Quelle: Macrobond, Lyxor Cross Asset Research, Februar 2018.


Renditen in den USA weiter steigend

Beflügelt durch aktuell gute Arbeitsmarktdaten steigen in den USA die Inflationserwartungen. Vor allem dürften endlich auch die Löhne steigen, insbesondere dann, wenn die Steuerreform so funktioniert wie ihre Initiatoren sich dies erwarten. Gegenüber dem Vorjahr zeigten die Januar-Daten jedenfalls einen Anstieg des durchschnittlichen Stundenlohns um 2,9 Prozent. Zusammen mit einem höheren Ölpreis könnte dies ab März oder April zu einem ansehnlichen Anstieg des amerikanischen Verbraucherpreisindex führen. Vor diesem Hintergrund sollte man zunächst US Breakevens im Auge behalten und im späteren Verlauf des Jahres auch auf die Eurozone schauen. Darüber hinaus können variabel verzinsliche Anleihen sowie Kurzläufer oder auch sogenannte Smart Cash-Produkte eine Möglichkeit sein, dem Zinsänderungsrisiko zu begegnen.

Insgesamt sieht es vor allem an den US-Rentenmärkten nach einem Regimewechsel aus. Die Renditen der zweijährigen Treasuries liegen erstmals seit 2008 wieder über 2 Prozent. Und bei den zehnjährigen, wo die Renditen zuletzt bei 2,8 Prozent lagen, scheint ein Anstieg auf über 3 Prozent nur noch eine Frage der Zeit zu sein. 

Sorgen bei Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen – insbesondere Hochzinsanleihen – geben weiterhin Anlass zur Sorge. Während die Aktienmärkte zuletzt nachgegeben haben, bleiben die Spreads bei Unternehmensanleihen eng. Sowohl in den USA als auch in Europa ist die Verschuldung gestiegen. Dies allein ist noch kein Auslöser für eine Krise, kann aber helfen, den Nährboden für eine solche zu bereiten. Das Verschuldungswachstum hat das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts überholt, und außerhalb des Finanzsektors sind die am höchsten verschuldeten Unternehmen diejenigen mit den geringsten Cash-Beständen. Darüber hinaus hat die bilanzielle Verschuldung in den USA inzwischen wieder dasselbe Niveau wie nach der Telekommunikationskrise (2003) erreicht. Bei Unternehmensanleihen ist also Vorsicht geboten. Auf regionaler Ebene erscheinen uns europäische Emissionen interessanter als diejenigen aus den USA, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die EZB zumindest bis September am Markt noch sehr aktiv sein dürfte.

Das globale Wachstum und die Reaktionen der Notenbankpolitik sprechen dafür, dass die Zinsen langsam aber sicher ansteigen sollten. Sowohl Rentenanleger als auch Anleiherenditen haben sich bisher mitunter schwer getan, das neue Umfeld zu akzeptieren. Damit allerdings sollte man so bald wie möglich beginnen.

Alle im obigen Artikel enthaltenen Meinungen und Daten spiegeln die Sichtweise des Lyxor & SG Cross Asset Research-Teams wider und entsprechen dem Stand vom 23. August 2017. Historische Performance stellt keinen Anhaltspunkt für künftige Entwicklungen dar.


Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTORE

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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