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19 Mär 2018

Bleibt Japan ein attraktives Anlageziel?


Was die asiatischen Aktienmärkte und insbesondere Japan betrifft, waren wir zu Jahresbeginn „bullish“ eingestellt. Die proaktive Lockerungspolitik von Ministerpräsident Abe, die Umsetzung der Unternehmenssteuerreform sowie die bevorstehenden traditionellen Frühlings-Lohnverhandlungen – all das stimmte uns optimistisch. Mit Mittelzuflüssen in Höhe von über zwei Milliarden Euro erlebten japanische Aktien ETFs tatsächlich den besten Jahresstart. Allerdings hatte der Nikkei Index bis Mitte März bereits wieder mehr als vier Prozent eingebüßt. Dies wirft die Frage auf, ob Japan als Anlageziel attraktiv bleiben wird.

In der vergangenen Woche gingen in Japan die unter dem Begriff  Shuntō (Frühlingsoffensive) bekannten, jährlichen Tarifverhandlungen zu Ende. Zum fünften Mal in Folge kam es dabei zu Lohnerhöhungen. Trotz eines engen Arbeitsmarktes und historisch hoher Gewinnmargen blieben die meisten Unternehmen allerdings unterhalb des von Ministerpräsident Abe angestrebten Lohnzuwachses von drei Prozent. Dennoch dürfte das Ergebnis den Binnenkonsum unterstützen. Ob es allerdings ausreichen wird, um die Bank of Japan zu einer Reduzierung ihrer geldpolitischen Stimuli zu bewegen, steht auf einem anderen Blatt. Ein inflationsförderndes Umfeld mit negativen Sparquoten auf Unternehmensseite und starken, durch Produktivitätsgewinne getriebenen Lohnzuwächsen ist gegenwärtig jedenfalls schwer greifbar.



Chart 1 - Japan rebound












Kuroda bleibt auf Kurs

Wir gehen davon aus, dass Notenbankpräsident Haruhiko Kuroda weiterhin eine lockere Geldpolitik betreibt, um sich dem Inflationsziel von 2 Prozent zu nähern. Ein nächster Schritt dürfte vermutlich erst Mitte 2019 mit einer Zinserhöhung am langen Ende erfolgen. Die Zinsen sollten also noch für eine Weile niedrig bleiben und damit Druck auf den Yen ausüben.


Pluspunkt Abenomics

Die Stärkung der Unternehmensgewinne gilt als eines der Hauptziele der sogenannten Abenomics. Inzwischen hat sich hier einiges getan. Die Verkaufs- und Gewinnmargen befinden sich auf einem historischen Höchststand. Japans Wachstumsrate stieg von 0,8 Prozent im Jahre 2012 auf nun 1,1 Prozent. Die 2020 in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele sollten für weitere Wachstumsimpulse sorgen. Zum ersten Mal seit langer Zeit liegt das nominale Wachstum über dem Niveau der langfristigen Zinsen. Aus unserer Sicht haben die Abenomics also funktioniert. Sie habendazu beigetragen, den Yen zu schwächen und die Wirtschaft des Landes zu stärken. Gleichzeitig wurden zumindest einige der versprochenen Strukturreformen in Angriff genommen. Die Kräfte des Aufschwungs sind damit jetzt stärker geworden.


Weitere Strukturreformen

Vor dem Hintergrund des andauernden Kampfes gegen die Deflation sowie eines zu erwartenden Produktivitätswachstums bis 2020 erscheint es wahrscheinlich, dass Japan an seiner lockeren Geldpolitik festhalten und weitere Strukturreformen umsetzen wird. Dafür spricht, dass die japanische Regierung Programme zur Verbesserung der sozialen Sicherheit und der Bildung angekündigt hat. Auch in die öffentliche Infrastruktur soll mehr Geld fließen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Investitionstätigkeit intensiviert wird, um Produktivität und Personalentwicklung weiter voranzubringen. 

Weitere strukturelle Veränderungen wie Deregulierung und eine Reform des Arbeitsmarktes sollten die Produktivitätsgewinne befördern und das Wachstum anschieben. Unternehmen dürfte es so leichter fallen, ihre Profitabilität zu erhalten. Bei all den Veränderungen ist die politische Stabilität ein wichtiger Faktor. Die erwartete Wiederwahl von Shinzō Abe zum Vorsitzenden der liberaldemokratischen Partei (LDP) im September dürfte dazu einen Beitrag leisten.


Wie geht es weiter?

Der japanische Aktienmarkt ist im Verlauf des Jahres arg gebeutelt worden. Das ist zum einen auf die allgemeinen Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten zurückzuführen. Eine weitere Rolle spielten zum anderen der stärkere Yen sowie die zurückgegangenen Erwartungen an die Unternehmensgewinne. Vor dem Hintergrund einer sich verbessernden ökonomischen Perspektive und einer weiterhin lockeren Geldpolitik erscheinen uns japanische Aktien allerdings weiterhin attraktiv. Sollte die Reflation weitere Fortschritte machen und das Gewinnwachstum weiter Fahrt aufnehmen, dürfte es zu einer Erholung kommen. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung sind japanische Aktien im Übrigen weniger anfällig gegenüber der Entwicklung des Yen. Vor allem jetzt, da die Wachstumskräfte wieder stärker vom Binnenkonsum unterstützt werden.


Der japanische Aktienmarkt und die Entwicklung des Yen

Chart 2 - Japan rebound

Quelle: Lyxor International Asset Management, Bloomberg 15/03/2018


Dennoch kann es am japanischen Aktienmarkt kurzfristig noch Gegenwind geben, vor allem dann, wenn es zu einer vorzeitigen Neuausrichtung der lockeren Geldpolitik kommen sollte. Auch geopolitische und handelspolitische Risiken könnten einen negativen Einfluss auf den Aktienmarkt haben. In einer solchen Situation an Absicherung zu denken, ist nicht verkehrt. In diesem Zusammenhang erscheint es gerade in Zeiten wie diesen umso wichtiger genau zu wissen, wo und wie man investiert ist. Insgesamt sind wir mit Blick auf japanische Aktien jedoch weiterhin sehr positiv eingestellt. Ein wenig Geduld könnte sich am Ende auszahlen.


In Japan investieren

Aktiv oder passiv? Diese Frage stellt sich auch beim japanischen Aktienmarkt. In unserer Untersuchung vom September des vergangenen Jahres konnten wir feststellen, dass es 44 Prozent der aktiven Manager in den davor liegenden zwölf Monaten gelungen war, besser als ihre Vergleichsindizes abzuschneiden. Über den Zeitraum von zehn Jahren waren es allerdings lediglich 16 Prozent. Das Land der aufgehenden Sonne über ETFs zu erschließen, scheint daher keine schlechte Idee.

Lyxor bietet eine Reihe von entsprechenden Fonds. Dazu zählen unter anderem solche, die in den sehr breit aufgestellten JPX-Nikkei 400 oder den sehr effizienten TOPIX investieren. Für Anleger, die eher defensiv eingestellt sind und von binnenwirtschaftlich ausgerichteten Werten profitieren möchten, bietet sich zum Beispiel der SG Quality Japan an.

Quellen: Alle Daten und Einschätzungen beruhen auf dem Research von Lyxor Asset Management, Lyxor Cross Asset Research, und den ETF Research & Lyxor Aktien ETF Teams.  Stand: 15. März 2018, soweit nicht anders vermerkt. Die Performance der Vergangenheit ist kein Garant für künftige Gewinne.


Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOR

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

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Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​


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