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19 Sep 2018

US-Aktien: Investieren im Spätzyklus


Keine Frage: US-Aktien haben Anlegern bisher viel Freude bereitet. Inzwischen aber scheint der Zyklus in seiner Spätphase angelangt  zu sein. Dennoch setzen wir weiterhin auf amerikanische Dividendentitel. Und das, obwohl die Bewertungen vieler Titel bereits hoch sind. Dennoch eilten die Märkte von einem Hoch zu nächsten. Wir bleiben daher am Ball.

US-Branchen: Gegenwärtiges Kurs-Buchwert-Verhältnis vs. 20-Jahres-Durchschnitt 

table 1

Quelle: Lyxor International Asset Management, MSCI, Thomson Reuters Eikon. Daten mit Stand vom 30.08.2018.


Der alte Bulle hat noch Elan 

Es besteht wenig Zweifel daran, dass die verspäteten, aber beispiellosen steuerlichen Anreize von US-Präsident Trump die Inflation in einer Zeit ankurbeln, in der die Wirtschaft an ihre Kapazitätsgrenze stößt oder bereits darüber hinausläuft. Aktienrückkaufprogramme, Margenausweitungen und starke Umsatzerlöse haben sich positiv auf die Gewinnaussichten je Aktie ausgewirkt. Zwar stiegen auch die Löhne. Die damit für Unternehmen verbundenen negativen Effekte könnten durch die im Zuge neuer Investitionen auftretenden Produktivitätsgewinne allerdings aufgefangen werden. All dies spricht für eine weiterhin freundliche Marktentwicklung. Auch Investoren scheinen dies so zu sehen. Trotz der Unbeständigkeit der US-Administration unter Präsident Trump und den bevorstehenden Mid-Term-Wahlen zieht es sie weiterhin auf den amerikanischen Aktienmarkt. 

Angesichts der weiteren politischen Entwicklungen erwarten wir in den kommenden Wochen allerdings mehr Volatilität. Außerdem gehen wir von einem weiteren Zinserhöhungsschritt der Fed noch in diesem Monat aus. Danach dürfte die Aufmerksamkeit vor allem den Mid-Term-Wahlen und dem weiteren Verlauf der Handelsstreitigkeiten gelten.


Die Handelsstreitigkeiten fordern ihren Tribut

Die jüngsten Daten zum US-Einkaufsmanagerindex haben neue Höchststände im aktuellen Zyklus erreicht. Auch der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter kräftig. Vor diesem Hintergrund sollte die Wirtschaft in den USA weiter solide wachsen. Außerhalb der USA deuten die Wirtschaftsdaten derweil auf eine Beeinträchtigung durch die Handelskonflikte hin. Noch allerdings befinden sich auch diese Märkte grundsätzlich auf einem Wachstumspfad. Das könnte sich ändern, sobald der Handelskrieg eskalieren oder sich global ausweiten sollte. Gegenwärtig aber halten wir eine Verhandlungslösung für wahrscheinlicher. Um das globale Investitionsklima nachhaltig zu beschädigen, bräuchte es mehr als nur gelegentliche Kursrücksetzer. Eine entsprechend nachhaltige und fundamentale Korrektur ist aus unserer Sicht gegenwärtig jedoch nicht erkennbar.


Sie stehen hier

Obwohl kein Konjunkturzyklus wie der andere ist, lassen sich dennoch gewisse Muster feststellen. Eines davon zeigt, dass Sektoren wie Energie und Grundstoffe, die eng mit den Rohstoffpreisen gekoppelt sind, sich in den Spätphasen von Konjunkturzyklen gut entwickeln. Dies liegt unter anderem daran, dass die Nachfrage nach entsprechenden Leistungen sich in einem Umfeld steigender Preise weiterhin solide entwickelt. Auf der anderen Seite leiden IT-Anbieter und Hersteller von Nicht-Basiskonsumgütern in einer späten Konjunkturphase tendenziell darunter, dass ihre Gewinnmargen ausgehöhlt werden und die Anleger bei Investitionen in Luxusgüterbranchen eher vorsichtiger werden.

Manches davon lässt sich in den USA gegenwärtig ebenfalls beobachten. Allerdings gibt es mitunter spezielle Entwicklungen, die dazu führen, dass sich manche Sektoren nicht wie erwartet verhalten.


Kapitalanlage und US-Konjunkturzyklus – Wie Sie die richtigen Branchen zur richtigen Zeit auswählen

table 2

Quelle: Lyxor International Asset Management, Lyxor ETF Research Team. Nur zu darstellenden Zwecken.


Über Größe, Branchen und Anlagestile

Bei der aktuellen Einschätzung  des US-Aktienmarktes sollten insbesondere die Auswirkungen der Steuerreform berücksichtigt werden. Denn diese Maßnahme half US-Unternehmen, typische spätzyklische Entwicklungen wie eine Verlangsamung des Gewinnwachstums oder eine Belastung der Gewinnmargen zu vermeiden. Zusätzlich sorgte die Deregulierung  für ein günstiges Umfeld bei Finanzwerten und Technologietiteln. Darüber hinaus finden wir natürlich auch einige klassische spätzyklische Werte attraktiv. Hierzu zählen unter anderem Unternehmen aus den Sektoren Energie und Gesundheit. Aufgrund der verbesserten Fundamentaldaten der Unternehmen und der Erholung der Ölpreise scheint uns vor allem der Energiesektor interessant. 

Eher vorsichtig sind wir gegenüber dem Nicht-Basiskonsumgüter-Sektor eingestellt. Unternehmensspezifische Risiken, problematische Bewertungen und insbesondere Herausforderungen im E-Commerce-Vertrieb erscheinen uns hier als Hindernis. Mit einem skeptischen Blick schauen wir auch auf sehr defensive Sektoren, deren Unternehmen sensibel auf Zinserhöhungen reagieren.

Interessant sind zudem kleinere Unternehmen, die vor allem auf den Heimatmarkt ausgerichtet sind. Sie profitieren einerseits von den Steuersenkungen und sind aufgrund ihrer heimischen Ausrichtung andererseits weniger anfällig für die Auswirkungen der internationalen Handelskonflikte. 

Was Investmentstile angeht, so bevorzugen wir Wachstumsstrategien. Starkes Gewinnwachstum und ordentliche Gewinnmargen sprechen gegenwärtig für entsprechende Titel. Die bereits angesprochene Steuerreform sollte hier die Investitionen, die Rückführung von Barmitteln und schließlich den Technologiesektor weiter ankurbeln - ein Sektor, der derzeit für rund 30 Prozent aller US-Investitionen verantwortlich ist und rund 40 Prozent des Russell 1000 Growth Index ausmacht.


Wählen Sie Ihren Index sorgfältig aus

Präzision und Trennschärfe sind das, worauf es für Anleger im späten Konjunkturzyklus ankommt; und natürlich Kosteneffizienz. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Setzen Sie auf unterschiedliche Größenklassen, Sektoren oder spezielle Investmentthemen und nutzen sie entsprechende Indizes wie den Morningstar US Large-Mid Cap, den Nasdaq 100 oder den S&P Banks. Der Russell 1000 Value ermöglicht den Einstieg in den Energiesektor und mit dem Russell 2000 steht Ihnen ein breites Universum von Small-Cap-Unternehmen zur Verfügung. Darüber hinaus existieren auch solche Indizes, mit denen Sie Ihr Portfolio etwa über Dividendenstrategien oder Minimum-Varianzstrategien widerstandsfähiger aufstellen können.

Sektoren, die wir bevorzugen Indizes mit dem größten Exposure
Energy Russell 1000 Value (10.91%)
Financials S&P 500 Banks (100%), Russell 1000 Value (28.2%), Russell 2000 (20.6%)
Inf. Technology NASDAQ 100 (60.9%), Russell 1000 Growth (39.7%)
Healthcare Russell 2000 (16.5%)
Sektoren, von denen wir Abstand nehmen Indizes, von denen wir Abstand nehmen
Consumer discretionary Nasdaq 100 (22.2%), Russell 1000 Growth (18.6%)
Telecoms*  FTSE USA Qual/ Vol/ Yield (6.0%)
Utilities  FTSE USA Core Infrastructure (52.3%), FTSE USA Minimum Variance (11.9%)
Consumer staples FTSE USA Qual/ Vol/ Yield (17.3%)


Quelle: Lyxor International Asset Management, Stand 30.04.2018. Nur zur Veranschaulichung.

*Dieser Sektor wird demnächst sowohl in den S&P Indizes als auch in den MSCI Indizes erweitert. Aufgenommen werden dann Aktien aus den Bereichen Medien & Internet-Software & Dienstleistungen. Zu diesem Zeitpunkt wird der MSCI den Sektor als zyklisch einstufen. In diesem Zusammenhang erwarten wir, dass sich die Zusammensetzung des Sektors von seiner vorherigen Value-Ausrichtung stärker in Richtung Growth verändern wird.


Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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