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Warum Value-Titel interessant werden könnten


Wie unser Ausblick auf das vierte Quartal und der anderer Vermögensverwalter nahelegen, bleiben Wachstumstitel weiterhin gefragt. Dennoch sollte man Value-Werte nicht aus den Augen verlieren. 

Lange Zeit fristeten Value-Werte ein Schattendasein. In den vergangenen Wochen jedoch traten sie wieder ans Licht. Sollte sich der Aufwärtstrend bei Value fortsetzen, könnte dies für manche Anleger erhebliche Auswirkungen haben. Denn viele haben diesen Investmentstil gegenwärtig in ihren Portfolios erheblich untergewichtet.


Value-Aktien sind billig geworden

Value-Aktien sind in diesem Konjunkturzyklus ungewöhnlich stark unter die Räder gekommen. Wie die folgende Grafik zeigt, wurden sie im Verhältnis zu Qualitätsaktien mit deutlichen Abschlägen gehandelt. Und das, obwohl einige Wirtschaftsindikatoren nahe ihren Höchstständen liegen. In solchen Zeiten sollten Value-Titel eigentlich wesentlich besser abschneiden. 


Bewertungsspannen zwischen global Quality und Value vs. US ISM Index


Chart 1

Quelle: SG Cross Asset Research/ Equity Quant 

Aber warum werden Value-Titel gegenwärtig so günstig gehandelt? Die Abflachung der US-Zinsstrukturkurve deutet auf das Risiko einer Rezession hin. Derweil setzen steigende Zinsen die Unternehmensbilanzen unter Druck. Und Firmen mit den schlechtesten Bilanzen finden sich in der Regel im Value-Universum wieder. Weitere Faktoren sorgen für Gegenwind: Etwa die internationalen Handelsstreitigkeiten oder das Niedrigzinsumfeld in Europa und Japan, das die Margen vor allem der Finanzinstitute (die zentralen Player im Value-Universum) aushöhlt. Das Endresultat: Obwohl sich die Aktienmärkte insgesamt gut entwickeln, werden Value-Titel so gehandelt als befänden wir uns in einer Rezession. Gerade eine solche Situation könnte jedoch eine gute Gelegenheit zum Einstieg sein.

Ein wenig verhält es sich mit Value-Titeln so wie mit einer gestauchten Feder. Je mehr Probleme man ob drauf packt, desto stärker werden Performance und Preise zusammengedrückt. Verflüchtigen sich dann die Probleme, weist die Feder eine erhöhte Sprungkraft nach oben auf. 


Die Zerlegung von Value-Renditen 

(Global, Long/Short, 1990-2016, %)

Chart 2

Quelle: SG Cross Asset Research/ Equity Quant  

Und so sieht es heute aus. Die Aktienbewertungen in den entwickelten Märkten mögen bereits weit vorangeschritten sein. Value allerdings erscheint so günstig wie sonst nur in Krisenzeiten. Getrieben werden die Renditen von Value-Titel vor allem durch die Bewertung, sodass der Katalysator klar ist. Eine Allokation in Value zum jetzigen Zeitpunkt birgt natürlich das Risiko, dass sich die Konjunktur verschlechtert. Unserer Meinung nach dürfte sich das wirtschaftliche Umfeld in den kommenden Monaten allerdings eher verbessern, sodass es an den Märkten zu einer kurzen, aber ausgeprägten Value-Rally kommen könnte.


Eine gute Aktienabsicherung gegen steigende Anleiherenditen

Value könnte sich nicht nur aus kurzfristig taktischer Sicht, sondern auch aus strategischer Perspektive lohnen. Das Niedrigzinsumfeld hat die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren in die Höhe getrieben und dort für die Dominanz von „Bond-Proxy“-Aktien mit hoher Qualität gesorgt. Sollten nun die Zinsen wieder stärker steigen, könnte sich die jetzt negative Korrelation zwischen Aktien und Renten umkehren. Die Diversifikationsvorteile einer Anlage in beide Assetklassen würden also verloren gehen.

Die Korrelation zwischen Aktien- und Anleiherenditen ist zumeist volatil. Anders verhält es sich bei der Korrelation zwischen Anleihen und Value-Titeln. Historisch betrachtet ist diese eher begrenzt oder sogar negativ – vor allem in Zeiten eines Ausverkaufs an den Anleihemärkten. Anstatt sich über die Allokation in den breiten Aktienmarkt gegenüber dem Rentenrisiko abzusichern, könnten Anleger darüber nachdenken, gezielt in Value zu investieren. 


Das perfekte Gegengewicht

Wie durchdacht und gut ein Portfolio von Value-Titeln auch immer sein mag, es ist vereinfacht gesagt immer eine Ansammlung von Problemen. Denn Value-Investoren sind typischerweise mit schwierigen Unternehmen und makroökonomischen Risiken konfrontiert. Die Tatsache, dass Value-Titel stark auf makroökonomische und konjunkturelle Themen reagieren, macht sie zu einem guten Gegengewicht zu Anleihen. In Zeiten stockender Konjunktur schneiden Anleihen häufig besser ab als Value-Aktien. Entwickelt sich die Wirtschaft allerdings positiv, ergibt sich ein entgegengesetztes Bild. Investoren, die sich Sorge um die Rentenrisiken in ihren Multi Asset-Portfolios machen, sollten daher ernsthaft über eine Allokation in Value-Titel nachdenken. 


Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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