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Wie sich ETFs in schwierigen Zeiten schlagen

2018 war ohne Zweifel eines der schlechtesten Jahre an den Finanzmärkten. Vor diesem Hintergrund ist es interessant, darauf zu schauen, wie sich die Anleger verhielten. Möglicherweise lassen sich so Hinweise auf das gewinnen, was uns in 2019 erwartet. Hier also einige aus unserer Sicht wichtige Trends:

Im vergangenen Jahr sank die Nachfrage nach ETFs erheblich – dennoch erreichten die Nettomittelzuflüsse weltweit ein Spitzenergebnis

Das vergangene Jahr war für Investoren extrem herausfordernd. Die Finanzmärkte kannten vornehmlich nur eine Richtung: die nach unten. Begleitet wurde die Talfahrt von zunehmender Unsicherheit über die ökonomischen und politischen Entwicklungen rund um den Globus. Nahezu alle Anlageklassen gingen mit Verlusten aus dem Jahr.

Die weltweiten ETF-Märkte konnten sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Das verwaltete ETF-Vermögen sank um 0,3 Prozent auf rund 4,7 Billionen US-Dollar. Die Nettomittelzuflüsse gingen gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent zurück. Dennoch war 2018 nach 2017 das zweitbeste Jahr. Ähnlich ging es an den europäischen ETF-Märkten zu. Die Nettomittelzuflüsse sanken um 52 Prozent während das verwaltete Vermögen um 0,4 Prozent zurückging. Gleichwohl war 2018 aus Sicht der Nettomittelzuflüsse das drittbeste Jahr überhaupt.


2018:  Die Gewinner und Verlierer am europäischen ETF-Markt

Ganz klar: US-Aktien waren mit 20 Mrd. Euro an Nettomittelzuflüssen (+54 Prozent) die großen Gewinner des vergangenen Jahres. Gut schnitten auch Aktien-ETFs aus dem Bereich der globalen Industriestaaten ab. Mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 7,2 Mrd. Euro sammelten sie annähernd so viel frisches Geld ein wie im Jahr zuvor. An dritter Stelle lagen Aktien aus den Schwellenländern. Entsprechende ETFs erzielten Nettomittelzuflüsse in Höhe von 6 Mrd. Euro. Hintergrund: die weniger strikte Geldpolitik in den USA und ansprechende Bewertungen.

Unter die Räder kamen hingegen europäische Aktien. Konnten diese 2017 noch Nettomittelzuflüsse in Höhe von 22 Mrd. Euro aufweisen, so zogen Anleger im vergangenen Jahr unterm Strich 3,4 Mrd. Euro ab. Den Hauptanteil an diesem Negativergebnis hatten Aktien-ETFs der Eurozone mit Mittelabflüssen in Höhe von 4,9 Mrd. Euro. Die Gründe hierfür waren vielfältig. Neben der langwierigen Regierungsbildung in Deutschland und der italienischen Haushaltskrise gehörte auch die Beendigung des Aufkaufprogramms durch die EZB dazu.  Was Anleihen angeht, so waren hier die sogenannten „sicheren Häfen“ interessant. Staatsanleihen der Industrieländer flossen insgesamt 12,1 Mrd. Euro zu – das beste Ergebnis aller Zeiten.


Faktor-Investing konnte zulegen

Während Sektor-ETFs gerade einmal 0,2 Mrd. Euro einsammeln konnten, pumpten Investoren 1 Mrd. Euro in faktorbasierte ETFs. Quality schnitt dabei am besten ab (+0,9 Mrd. Euro). Insgesamt entwickelten sich defensive Strategien gut, die von Anlegern zu Absicherung in unsicheren Zeiten genutzt wurden.


Wachsendes Interesse an ESG

Mit Mittelzuflüssen in Höhe von 4 Mrd. Euro am europäischen Markt für ESG ETFs ging der Aufwärtstrend 2018 in diesem Bereich weiter. Insgesamt fielen fast zehn Prozent aller Mittelzuflüsse auf ESG-Investments. Insgesamt machen sie bisher zwar nur einen geringen Teil des ETF-Vermögens aus. Das dürfte sich in den kommenden Jahren allerdings ändern. Einstweilen halten vor allem breit aufgestellte ETFs mit einem Best in Class-Ansatz den größten Marktanteil.


Trotz steigender Unsicherheit haben passive Investments in Europa die Nase vorn

Insgesamt gingen die Mittelzuflüsse in Fonds im vergangenen Jahr erheblich zurück: von 770 Mrd. Euro 2017 auf nur noch 187 Mrd. Euro 2018. Im Rückblick auf die vergangenen sieben Jahre lagen die Mittelzuflüsse damit um mehr als die Hälfte niedriger als der Durchschnittswert von 424 Mrd. Euro. Ein genauerer Blick auf die Situation könnte Hinweise auf die künftige Entwicklung geben:

  • Der Abstand der Mittelzuflüsse in aktive und passive Fonds ist erheblich zusammengeschrumpft.

  • Die Mittelzuflüsse in aktive Fonds übertreffen die in passive Fonds gerade einmal um 27 Mrd. Euro. Auf Sicht der vergangenen sieben Jahre hatte der Vorsprung im Durchschnitt 250 Mrd. Euro betragen.

  • Obwohl sich die Mittelzuflüsse in Aktien-ETFs im vergangenen Jahr von 115 Mrd. Euro auf 52 Mrd. Euro halbierten, waren sie immer noch höher als die in aktive Aktienfonds.

  • Aktiv verwaltete Aktienfonds sammelten gerade einmal 30 Mrd. Euro ein.

  • Im Anleihebereich hatten ETFs im vergangenen Jahr erstmals die Nase vorn. Während sie 26 Mrd. Euro an frischem Geld einsammeln konnten, verloren aktiv gemanagte Rentenfonds Mittel in Höhe von 14 Mrd. Euro.

Worauf man 2019 achten sollte

Was also bringt das laufende Jahr? Wie wir schon zuvor erklärt haben, erscheint das Aufwärtspotential bei globalen Aktien begrenzt. Die Volatilität allerdings dürfte steigen.

Da die Entwicklung an den Aktienmärkten der entwickelten Länder zuletzt wieder stärker mit der Lage der Wirtschaft korreliert, werden wir die wichtigen Konjunkturdaten genau im Auge behalten. Sollte das Wirtschaftswachstum in den Industriestaaten sich etwas abschwächen, dürfte gleiches auch für die dortigen Aktienmärkte gelten. Risikoreduzierende ETF-Strategien wie Minimum-Varianz oder Quality könnten helfen.

In den USA wachsen die Konjunktursorgen, und die Geldpolitik der Fed gestaltet sich weniger restriktiv. Das sind grundsätzlich gute Nachrichten für die Schwellenländer. Vor Hintergrund sollten sich die Umschichtungen in die Emerging Markets, die wir zum Ende des vergangenen Jahres beobachten konnten, in diesem Jahr fortsetzen.

Renteninvestoren stehen auch 2019 vor einer Fülle an Herausforderungen. Die Notenbanken verabschieden sich von ihren Quantitative Easing-Programmen, und Zinserhöhungen stehen weiterhin im Raum. Das spricht für kurzlaufende Renten-ETFs. Mit Blick auf die Inflation erwarten wir, dass diese sukzessive ansteigen wird, so dass inflationsgeschützte Anleihen zum Jahresende profitieren könnten.


Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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