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10 Apr 2018

Worauf sich Investoren gefasst machen können


Das Comeback der Volatilität

Im vergangenen Quartal kehrte die Volatilität zurück an die Aktienmärkte. Kündet sie vom Platzen der Blase? Aus unserer Sicht wäre dies überinterpretiert. Bei den starken Kursrückgängen im Februar handelte es sich eher um eine Korrektur als eine dramatische Kehrtwende. Der Aktienmarkt wird nach wie vor durch eine gute Fundamentallage gestützt. Das „Goldilocks-Szenario“ mit solidem Wachstum und geringer Inflation sollte sich weiterhin positiv auswirken. Angesichts mancher Risiken dürften Investoren dennoch mit etwas mehr Vorsicht zu Werke gehen.

Für Verunsicherung sorgt derzeit vor allem die Geldpolitik der Notenbanken. Die Befürchtung: die Rückkehr zur Normalität könnte sich negativ auf Risiko-Anlageklassen auswirken. Dies gilt vor allem für die Aktienmärkte, wo die Bewertungen mitunter bereits sehr hoch erscheinen. Zu den möglichen Risiken zählt auch eine Aufwertung des Yen und des Euros. Diese könnte beide Wirtschaftsregionen belasten. 

Und dann wäre da – ganz aktuell – noch das Wiedererstarken des weltweiten Protektionismus. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der von den USA ausgehende Handelskonflikt zu einem echten Handelskrieg ausweiten wird, stufen wir mit nur 20 Prozent als eher gering ein. Gegenwärtig  geben sich die Hauptprotagonisten USA und China allerdings einige Mühe, den Konflikt zuzuspitzen. Sollten sie damit nicht aufhören, dürften die Märkte weltweit und vor allem in Europa Schaden nehmen. Aber wie gesagt: wir glauben nicht daran, dass es dazu kommt. Wahrscheinlicher ist, dass die schrille Rhetorik der USA verhandlungstaktisch bedingt ist und keiner 180 Grad-Wende in Sachen Globalisierung entspringt. Vor diesem Hintergrund sind wir zuversichtlich, dass Aktien auch im zweiten Quartal besser als Anleihen abschneiden werden – wenngleich der Performanceunterschied nicht mehr so hoch ausfallen dürfte.

Der US-Kapitalmarkt

Angesichts des angespannten Arbeitsmarktes in den USA erwarten wir, dass die Lohninflation in den nächsten Monaten die 3-Prozent-Marke überschreiten wird. Da dies nicht ohne Auswirkungen auf die Inflation insgesamt bleiben dürfte, setzen wir vor allem auf US-Breakevens. Was US-Staats-anleihen betrifft, so sehen wir die Renditen der zehnjährigen Treasuries langfristig bei über drei Prozent. Die Märkte haben davon bereits einiges eingepreist. Langfristig sind wir daher in diesem Bereich untergewichtet. Auf kurze Sicht bieten zehnjährige US-Staatsanleihen allerdings in gewisser Weise einen sicheren Hafen für den Fall einer ansteigenden Risikoaversion.

Das Gewinnwachstum der im S&P 500 enthaltenen Unternehmen dürfte in diesem Jahr um sieben Prozent steigen. Dennoch werden die Lohnsteigerungen in den USA die Profitabilität und damit das Aufwärtspotential des Index voraussichtlich dämpfen. Bei US-Aktien bleiben wir daher insgesamt neutral gewichtet. Nach den jüngsten Abverkäufen warten wir ab, bis die Zeit für neue Zukäufe gekommen ist.

Ungeachtet dessen bieten taktische Investments in ausgewählte Sektoren oder Themen nach wie vor Gelegenheit für eine Outperformance. So haben wir beispielsweise im vergangenen Quartal erfolgreich auf Wachstumstitel anstelle von Value gesetzt, und glauben, dass hier weiterhin Chancen bestehen. Aber Achtung: Sollten Investoren bei Value short gehen, würde dies eine Untergewichtung von Banktiteln bedeuten. Hier aber erwarten wir eine positive Entwicklung und gehen in diesem Sektor daher long.

Insgesamt setzen wir am US-Aktienmarkt eher auf binnenwirtschaftlich ausgerichtete Unternehmen als auf solche, die global agieren – unter anderem, weil globale Unternehmen unter den aktuellen Handelsstreitigkeiten leiden könnten. Im Bereich der Rüstungsgüter haben wir unsere Übergewichtung abgebaut. Die Bewertungen entsprechender Firmen erscheinen ausgereizt. Was den Konsumgütersektor angeht, geben wir Basiskonsumgütern den Vorzug vor gehobenen Konsumgütern. Bei letzteren wurde die Performance zuletzt durch nur zwei Titel, nämlich Netflix und Amazon, künstlich aufgebläht. Insbesondere der Online-Versandhändler geriet in den vergangenen Wochen ins Fadenkreuz von Präsident Trump.

Bei US-Hochzinsanleihen ist Vorsicht angebracht. Entsprechende Fonds und ETFs litten in den vergangenen acht Wochen fortgesetzt unter Mittelabflüssen. Und das, obwohl die Assetklasse die Volatilitätsspitzen vom Februar recht gut überstand. Insgesamt aber sind die Bewertungen schon weit gelaufen, so dass wir im High Yield-Bereich leicht untergewichtet sind.

Japan und Europa

Der japanischen Wirtschaft geht es gut. Gegenwärtig wächst sie so stark wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht mehr. Aber obwohl sowohl die heimischen als auch die globalen Fundamentaldaten für Japan sprechen, werden japanische Aktien gegenüber dem S&P 500 mit einem Abschlag von 25 Prozent gehandelt. Eine Aufwertung des Yen würde sich allerdings negativ auswirken. Vor diesem Hintergrund behalten wir unsere leichte Übergewichtung bei.

Aktien der Eurozone sollten nicht vorschnell abgeschrieben werden. Sie erscheinen mitunter zwar bereits teuer, werden aber im Vergleich zu US-Aktien immer noch um rund 20 Prozent billiger gehandelt. Das wirtschaftliche Umfeld wirkt grundsätzlich nach wie vor unterstützend. In Deutschland sorgt die endlich erfolgte Regierungsbildung für Stabilität, und in Spanien ist die Lage relativ ruhig. In Italien hingegen gibt die politische Situation Anlass zur Sorge; wenngleich es dort wirtschaftlich gar nicht so schlecht aussieht. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, warum europäische Aktien sich in letzter Zeit so schwer getan haben. Vermutlich vor allem wegen der Aufwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar. Da wir davon ausgehen, dass dieser Trend nicht anhalten, sondern sich möglicherweise sogar umkehren wird, bleiben wir bei Aktien der Eurozone leicht übergewichtet.

Zur Absicherung gegen einen plötzlichen Anstieg des Euros lohnt ein Blick auf europäische Small-Caps. Angesichts einer steiler werdenden Zinskurve erscheint auch der Banksektor attraktiv. Gehobene Konsumgüter sollten im Vergleich zu Massenkonsumgütern besser laufen. Und nicht zuletzt der Bausektor könnte von den gestiegenen Immobilienpreisen profitieren. Auf Länderebene behalten wir unsere Übergewichtung bei griechischen Aktien bei. Französische Aktien haben wir demgegenüber einstweilen auf neutral zurückgestuft.

Und wie sieht es in Großbritannien aus? Dort hält sich die Inflation hartnäckig über den Zielen der Bank of England. Dies könnte zu einer Verschärfung der Geldpolitik führen, weshalb wir UK-Staatsanleihen untergewichten. Im Zeichen des nahenden Brexit hat der FTSE 100 seit Jahresbeginn schlecht abgeschnitten. Bei UK-Aktien bleiben wir leicht untergewichtet.

Emerging Markets und Rohstoffe

Für die Schwellenländer ist die wirtschaftliche Lage immer noch günstig. Deren Notenbanken dürften ihre eher lockere Geldpolitik zudem vorerst beibehalten, was uns dazu veranlasst, Aktien der Emerging Markets überzugewichten. Insbesondere in Südafrika, Taiwan und Malaysia sehen wir Potential. Indien hingegen haben wir vorerst untergewichtet. Skeptisch sind wir auch mit Blick auf die Anleihemärkte. Steigende Renditen bei den Staatsanleihen bedeuten Gegenwind für Hartwährungsländer, also Länder, deren Anleihen in lokaler Währung und nicht USD emittiert werden, da deren Spreads ohnehin bereits eng sind. Hier sind wir also untergewichtet.


Die Bestimmungsfaktoren des Ölpreises sind vielfältiger Natur und komplex. In der Gesamtbetrachtung lässt sich allerdings feststellen, dass die ihm zugrundeliegenden Fundamentaldaten auf ein eher durchschnittliches Niveau gesunken sind. Angesichts eines WTI Ölpreises von um die 65 US-Dollar für ein Barrel sind wir neutral positioniert. Kupfer hingegen haben wir leicht übergewichtet. Dessen gegenwärtige Bewertung erscheint fair. Aufgrund der Rolle von Kupfer als Inflationsschutz halten wir eine gewisse Aufwärtsbewegung auf mittlere Sicht aber für möglich. Ähnliches gilt für Gold. Das Edelmetall eignet sich als Absicherung gegen steigende Inflation und wäre in Zeiten eines sich zuspitzenden Handelskrieges ein sicherer Hafen.

*Quellen: Daten und Meinungen Lyxor Cross Asset Research & Equity Team mit Stand vom 28. März 2018. Die Performance der Vergangenheit ist kein Garant für künftige Erträge.

Risikohinweise

Als Investor sollten Sie die Risiken berücksichtigen, denen Sie mit einer Anlage in ETFs ausgesetzt sind. Eine Beschreibung dieser Risiken finden Sie hier, im Verkaufsprospekt oder auf www.lyxoretf.de.

Kapitalrisiko: Da ETFs einen Index abbilden, ähnelt auch ihr Risiko einer direkten Anlage im zugrundeliegenden Index. Im Fall einer negativen Wertentwicklung des Index erhalten Anleger den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück.

Abbildungs- oder Replikationsrisiko: Es ist möglich, dass ein ETF seine Anlageziele aufgrund unerwarteter Ereignisse an den zugrunde liegenden Märkten nicht erreicht, sofern diese Ereignisse eine Indexberechnung und effiziente Abbildung beeinträchtigen.

Mit dem Basiswert verbundene Risiken: Der einem ETF zugrunde liegende Index kann komplex sein und starken Wertschwankungen aufweisen (Volatilität). Bei einer Anlage in Rohstoffen steht der zugrunde liegende Index möglicherweise in Beziehung zu Rohstoff-Futures-Kontrakten, durch die Anleger einem Liquiditäts- und Kostenrisiko (etwa Lager-, Fracht- und Transportkosten) ausgesetzt sein könnten. ETFs, die ein Engagement in Schwellenländern (Emerging Markets) verkörpern, beinhalten deren vielfältige und typische Risiken, wie etwa politische Risiken, und können daher größere Verlustrisiken aufweisen als Anlagen in Industrieländern (Developed Markets).

Wechselkursrisiko: ETFs unterliegen immer dann einem Wechselkursrisiko, wenn der ETF auf eine andere Währung lautet als die des zugrunde liegenden abgebildeten Index. Die Schwankungen des Wechselkurses der Währungen können die Rendite der Anlage sowohl positiv als auch negativ beeinflussen.

Liquiditätsrisiko: Die Société Générale und weitere zugelassene Market Maker stellen an den Börsen Geld-Brief-Kurse, um einen liquiden Handel von Lyxor ETFs zu gewährleisten. Die Liquidität eines ETFs kann in Folge einer Marktstörung, die Bestandteile des zugrunde liegenden Index betrifft, beeinträchtigt werden. Ferner können Marktunterbrechungen an den Börsen der ETF-Notierung oder Systemausfälle in den Handelssystemen der Société Générale oder der Market Maker oder andere außergewöhnliche Handelssituationen und -ereignisse die Liquidität einschränken.

DIESER ARTIKEL RICHTET SICH AUSSCHLIESSLICH AN PROFESSIONELLE INVESTOREN

Dieser Artikel ist für die ausschließliche Verwendung durch Anleger bestimmt, die auf eigene Rechnung handeln und gemäß der Richtlinie 2004/39/EG über Märkte für Finanzinstrumente entweder als „geeignete Gegenparteien“ oder als „professionelle Kunden“ eingestuft sind. Es ist nicht für Privatanleger bestimmt. In der Schweiz ist es ausschließlich für qualifizierte Anleger bestimmt.

Kunden sollten prüfen, ob jegliche in diesem Research-Dokument enthaltene Beratung oder Empfehlung zu ihren persönlichen Umständen passt, und ggf. professionelle Beratung, einschließlich steuerliche Beratung, in Anspruch nehmen. Unsere Verkaufsmitarbeiter, Händler und andere Fachleute geben gegenüber unseren Kunden und eigenen Handelsabteilungen möglicherweise mündliche oder schriftliche Marktkommentare ab, die den Meinungen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen, zuwiderlaufen. Unser Bereich Vermögensverwaltung, die eigenen Handelsabteilungen und investierende Unternehmen treffen möglicherweise Anlageentscheidungen, die im Widerspruch zu den Empfehlungen oder Meinungen stehen, die in diesem Research-Dokument zum Ausdruck kommen.Das Material spiegelt die Ansichten und Meinungen der jeweiligen Autoren zum jeweiligen Zeitpunkt wider und stellt in keiner Weise eine offizielle Stellungnahme oder Beratung durch die Autoren bzw. durch Lyxor International Asset Management dar. Daher können Lyxor International Asset Management, seine Führungskräfte oder Angestellten keine Verantwortung übernehmen. Dieses Research-Dokument stellt weder ein Verkaufsangebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Kaufangebots für jegliche Wertpapiere in Rechtsgebieten dar, in denen solche Angebote oder Aufforderungen gegen das Gesetz verstoßen würden. Es stellt keine persönliche Empfehlung dar und berücksichtigt nicht die individuellen Anlageziele, die finanzielle Situation und die Anforderungen einzelner Kunden.

Zulassungen: Lyxor International Asset Management (Lyxor AM) ist eine französische Anlageverwaltungsgesellschaft, die von der Autorité des Marchés Financiers zugelassen ist und den Bestimmungen der EU-Richtlinien für OGAW (2009/65/EG) und AIFM (2011/61/EU) unterliegt.

Interessenkonflikte 

Dieses Research-Dokument enthält die Einschätzungen, Meinungen und Empfehlungen von Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor International Asset Management („LIAM“) aus den Bereichen Cross Asset und ETF. Sofern dieses Dokument Anlageideen enthält, die auf Makro-Einschätzungen der wirtschaftlichen Marktbedingungen oder dem relativen Wert beruhen, können diese von den grundsätzlichen Meinungen von Cross Asset und ETF Research und Empfehlungen in Sektor- oder Unternehmens-Research-Berichten von Cross Asset und ETF Research sowie von den Einschätzungen und Meinungen anderer Abteilungen von LIAM oder ihren Tochtergesellschaften abweichen. Die Research-Analysten und/oder Strategen von Lyxor Cross Asset und Lyxor ETF konsultieren regelmäßig LIAM-Mitarbeitende aus dem Vertrieb und der Portfolioverwaltung in Bezug auf Marktinformationen, darunter Marktkurse, Spreads und Handelsaktivität von ETFs, die Aktien-, Anleihe- und Rohstoffindizes nachbilden. Die Handelsabteilungen können oder konnten in der Vergangenheit Transaktionen grundsätzlich auf Basis der Einschätzungen und Berichte der Research-Analysten durchführen. Lyxor verfügt über verbindliche Research-Richtlinien und -Verfahren, die angemessen (i) sicherstellen sollen, dass in Research-Berichten angegebene Fakten auf zuverlässigen Informationen beruhen, und (ii) verhindern sollen, dass Research-Berichte unangemessen selektiv oder in unangemessener Staffelung veröffentlicht werden. Zudem hängt die Vergütung der Research-Analysten zum Teil von der Qualität und Genauigkeit ihrer Analysen ab, vom Kundenfeedback und von Wettbewerbsfaktoren sowie von den Gesamterlösen von LIAM, einschließlich Erlösen aus Anlageverwaltungsgebühren, Anlageberatungsgebühren und Vertriebsgebühren.​

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